HS1 Vorchdorf am Weg zur Energiehauptschule

04.04.11 []

„Ab dem Schuljahr 2011/12 wird an der Neuen Mittelschule Vorchdorf der Schwerpunkt "Energie" geführt. Der Schwerpunkt wird integrativ in den verschiedenen Gegenständen in Form von Projekten angeboten,“ erläutert die Direktorin Veronika Stumvoll zur neuen Initiative.
         

Warum wird an der Schule dieser Schwerpunkt gewählt:

·         Energie brauchen wir alle

·         Energiesparen sollen wir alle

·         Verantwortung für unsere Umwelt

·         gezielte Berufsvorbereitung

·         Facharbeitermangel in der Technik

·         gute Jobchancen in der Umgebung

Wie wird die Umsetzung des Schwerpunktes erfolgen:

·         ab der ersten Klasse

·         spielerisches Kennenlernen des Themas

·         praktisches Umsetzen im Werkunterricht

·         Erlernen der theoretischen Grundlagen

·         vermehrte Zusammenarbeit mit Betrieben

·         Schwerpunktthema in allen Gegenständen

·         Erstellen eines Energieportfolios

Im Sommer des letzten Jahres wurde mit den Überlegungen zur Ausformung eines zusätzlichen Schwerpunktes an der HS1 begonnen. Als eines der chancenreichsten Themen wurde dabei das Thema Energie erkannt, das in den nächsten Jahren auch in Zusammenhang mit den Entwicklungen am Arbeitsmarkt Potential für die Schüler bieten wird.  Daher wird nun im Unterricht ein spezieller Fokus im Bereich der erneuerbaren Energie und Energieeffizienz gelegt. Dies geschieht in einem integrativen und fächerübergreifenden Ansatz im Zuge der im Rahmen der Schulautonomie möglichen Schwerpunktsetzung.

Schon lange erkannt ist das Problem der fehlenden Arbeitskräfte im Bereich Naturwissenschaft und Technik, dem bereits mit verschiedensten Programmen entgegengewirkt wird. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, die verschiedensten Interessen frühzeitig zu fördern und den jungen Menschen Orientierungshilfen abseits der klassischen Möglichkeiten zu bieten. Dazu gehört es Berufsbilder in aufstrebenden Wirtschaftsbereichen zu transportieren und die Jugendlichen auf die Anforderungen am Arbeitsmarkt vorzubereiten. Ein besonderes Augenmerk ist hier auch im Bereich Mädchen&Technik zu legen.

Was ist dabei so wichtig?

Bisher gibt es zwar Musik- und Sporthauptschulen, aber keine vergleichbaren Angebote in anderen für den Wirtschaftsstandort OÖ wichtigen Bereichen. Einen ersten Schritt zur Etablierung einer derartigen Schwerpunktschule hat die HS1 Vorchdorf nun gemacht. In Kooperation mit den Wirtschaftsbetrieben und der Gemeinde Vorchdorf gilt es nun in den nächsten Jahren diese Initiative als zukunftsweisendes Ausbildungsmodell zu etablieren.

In den letzten Monaten wurde bereits intensiv an der Thematik gearbeitet. So wurde ein Kernteam in der Schule eingerichtet, das geleitet durch Regina Weinert die Koordination und die fächerübergreifende Integration des neuen Schwerpunkts übernimmt. Schnell erkannt war auch die Notwendigkeit der Lehrerfortbildung und des Beschaffens der zusätzlich benötigten Lehrmittel. Um dies so realitätsnah wie möglich zu realisieren wurde in Zusammenarbeit mit dem TechnoZ Gmunden im Zuge von Exkursionen zu Unternehmen wie Gilles oder der Energyglobe Foundation bereits damit begonnen, die Schule&Wirtschaft Kooperation im Bereich Energie zu forcieren.

Weiters wurde auch mit dem Errichter eines Kleinwasserkraftwerks Kontakt aufgenommen, um den Schülern auch eine derartige Projektentwicklung näherzubringen und anhand eines Bautagebuchs zu dokumentieren.

Das Projekt wurde im Dezember den Eltern der Volksschüler vorgestellt und auch für das Zertifikat "Schule innovativ" (das die HS1 Vorchdorf bekommt) ist es ein wichtiger Teil und wurde dort vorgestellt.

Unterstützung auf regionaler Ebene:

Die Leader-Region Traunstein wurde erst kürzlich zur Klima- und Energie-Modellregion auserkoren. Vorchdorf ist als Mitglied in die Umsetzung der regionalen Schwerpunkte Energiesparen, Steigern der Energieeffizienz und Energieaufbringung durch Kleinwasserkraft maßgeblich involviert. Kinder und Jugendliche auf eine umwelt- und klimaschonende Energiezukunft bewusst vorzubereiten stellt ein zentrales Anliegen der Arbeit innerhalb der Modellregion dar. Die geplante Energiehauptschule in Vorchdorf bietet ein ideales Umfeld für Aktivitäten im Rahmen dieses Programms. Eine effektive Form das Thema Energie und erneuerbare Energiequellen zu vermitteln sind Lehrinhalte mit vorwiegend praxisorientierter Ausrichtung. In diesem Zusammenhang hat die Traunsteinregion mit Modellregionen-Projektleiter Horst Gaigg (Technologiezentrum Gmunden) bereits konkrete Ideen erarbeitet. Wie man regionale Ressourcen bestmöglich nutzt, um Energie zu gewinnen soll anhand der Kleinwasserkraft dargelegt werden.

„Im Zuge der Gründung der neuen Energiemodellregion in der  nördlichen Bezirkshälfte wurde somit auch der Bereich Schule & Energie berücksichtigt um derartige Vorhaben, wie an der HS1 in Vorchdorf optimal unterstützen zu können“, erläutert Bgm Gunter Schimpl als Obmann der Traunsteinregion.